Meine Mitarbeiter trampeln mir auf dem Kopf herum…

… das war die Aussage eines Kunden, als ich ihm die Frage stellte: „Warum bin ich hier?“ 

apprico Blogbeitrag Schreinerei

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Auf dem Kopf herumtrampeln oder herumtanzen bedeutet so viel wie: „machen was man will oder sich nicht sagen lassen.
Für meinen Kunden, den Inhaber einer Schreinerei, hieß das. „Ich kann mich nicht durchsetzen.“ Natürlich kamen auch andere Problematiken bei unserem Gespräch zur Sprache. Die Mitarbeiter fühlten sich in ihrem „Vesper-Raum“ nicht wohl, die Krankheitsrate war überdurchschnittlich hoch und zwei Mitarbeiter hatten im  Jahr zuvor gekündigt. Neue, qualifizierte Gesellen zu finden fiel ihm schwer.

Was hat das jetzt mit Business-Feng-Shui zu tun? Sehr viel.
Bei meiner Arbeit mit den Räumen meiner Kunden geht es ja immer auch darum, fehlende oder verblasste Strukturen zu erkennen und zu optimieren. Für Rahmenbedingungen zu sorgen, die Mitarbeitern und Chef stärken und die Zusammenarbeit verbessern. Dazu gehört auch die Wahl des richtigen Büros und des Arbeitsplatzes für ChefIn, AbteilungsleiterIn, TeamleiterIn und der Mitarbeiter im jeweiligen Aufgabengebiet.

Beim Besichtigen der Räume kamen wir auch ins Chef-Büro.
Es war  im Keller untergebracht, 3 kleine Kellerfenster – dieselben vergittert. Hier saß auch die Bürokraft. Mit dem Rücken zur Tür.  Direkt darüber befand sich die Werkstatt. Und dort standen keine Maschinen, sondern die Hobelbänke – an denen jeden Tag seine Mitarbeiter laufen, stehen, na ja trampeln…
Ich sagte zu ihm: „wie war das mit Ihrer Aussage vorhin?“ – der Zusammenhang war ziemlich offensichtlich.

Der „Sozialraum“ bestand nur aus einer abgetrennten, sehr heruntergekommene Ecke – voller Staub (…“die Putzfrau war auch schon länger nicht mehr da“). Das Vorhandensein der WC´s roch man schon im Flur. Im Besprechungs- und Ausstellungsraum für Kunden – ebenfalls im Untergeschoss – war die Beleuchtung nicht ausreichend, die Lampen teilweise ausgefallen. Ein Kalender vom vorletzten Jahr hing dort, die Preislisten waren nicht up to date. Da nützt auch der neue Kantenleimautomat („erst ein Jahr alt“) nichts. Die berühmte heruntergekommene Yukka-Palme fehlte natürlich auch nicht. Eine spannende Herausforderung. Nur gut dass der Kunde über eine Empfehlung kam und ungefähr wußte, was ihn erwartete.

Business-Feng-Shui – wie ich es verstehe –  ist so viel mehr als nur ein bisschen Farbe und die Empfehlungen mehr Pflanzen aufzustellen.
Das gehört natürlich auch dazu – aber das Schaffen und Optimieren der Strukturen in einem Betrieb  ist mir jedes Mal ein Herzensanliegen. Arbeits-Räume mit allem was an Raum dazugehört (Sozialraum, Duschen, WC´s, Meeting-Points, Werkstatt, Außen-Bereich) müssen so gestaltet sein, dass es allen Beteiligten Freude macht, diese zu betreten, sich in ihnen zu bewegen, sich wohl zu fühlen.

Herzlichst Ihre

Heike